Ostergruß

Liebe Gemeindemitglieder,
dieses Ostern wird anders sein, als die Osterfeste der letzten Jahre und Jahrzehnte. Durch die momentane Krise ist Vieles in unserem Alltag nun anders, als noch vor wenigen Wochen. Und so wird auch die wichtigste Zeit unseres christlichen Glaubens, die kommenden Kar- und Ostertage, nicht in gewohnter und vertrauter Weise ablaufen können. Keine Gottesdienste, vor allem keine Osternacht, die den wichtigsten Gottesdienst innerhalb des Kirchenjahres darstellt. Keine Familienfeiern, in der man Ostern mit seinen Liebsten feiert. Vielleicht sogar keine Osterfreude?

In einem Kommentar der Erfurter Theologieprofessorin Julia Knop auf katholisch.de konnte man lesen, dass dieses Ostern vom Karsamstag geprägt sein wird. Dadurch, dass uns Vieles momentan fehlt, unsere Familie und Freunde, liebgewonnene Festtagstraditionen oder die Gottesdienste, besonders zwischen Gründonnerstag und Ostern, ist der Karsamstag ein passendes Bild, mit dem wir uns und unser momentanes Glaubensleben am meisten identifizieren können. So, wie die Jüngerinnen und Jünger  Jesu nach dem Tod Jesu an Karfreitag es noch immer nicht fassen können, dass ihnen mit Jesus ihr Hoffnungsträger und Meister genommen wurde und um ihn trauern, so kann es auch uns gerade gehen, wenn wir auf die Ostertage dieses Jahr blicken. Und doch wissen wir, dass die Ostergeschichte nicht am Karsamstag und der Grabesruhe Jesu endet. Wir wissen, dass die Auferstehung Jesu am Ostersonntag kommt. Wir wissen, dass unser Gott ein Gott ist, der mit uns in der Krise leidet, aber auch Hoffnung schenkt. Hoffnung auf ein gutes Ende. Denn Gott ist stärker als jede Krise, er ist stärker als der Tod, das ist mit der Auferstehung Jesu bewiesen.

Und deshalb können auch wir uns in unserer Situation dieser Hoffnung gewiss sein! Deshalb wird Ostern auch dieses Jahr stattfinden. Anders zwar, aber dennoch auch mit gewohnten Traditionen, die dieses Jahr nur anders zu uns kommen. So werden die Priester in unserer Gemeinde und in der ganzen Welt die Gottesdienste stellvertretend für uns alle Feiern. Wir können zuhause entweder per Fernsehgottesdient oder per Livestream, z.B. die Gottesdienste unseres Bischofs Gebhard Fürst  verfolgen oder die Hausgottesdienste zuhause feiern. Beide Angebote finden sich auf unserer Homepage: www.seelsorgeeinheit-blautal.de.

Wir können uns als Zeichen unserer Hoffnung das Feuer der Osterkerze zu uns nach Hause holen. Hierfür brennen die Osterkerzen den ganzen Tag in allen Kirchen unserer Kirchengemeinden und es stehen kleine Kerzen zur Verfügung, um das Licht mit nach Hause nehmen zu können. Die Tradition der Speisesegnung der Osterspeisen können wir alle als getaufte und gefirmte Christen zu Hause auch selbst beten (im Hausgottesdienst zu Ostern ist ein Gebetsvorschlag enthalten).

Und noch ein Zeichen unserer gemeinsamen Osterhoffnung wird es durch das Glockengeläut an Ostern geben. So senden wir unser Zeichen der Hoffnung als Christen über unsere ganzen Gemeinden. So kann im Kleinen durch die Hoffnung des Osterfestes auch in diesen Zeiten Osterfreude entstehen.

Das gesamte Pastoralteam der Seelsorgeeinheit wünscht Ihnen allen eine hoffnungsvolle und frohe Osterzeit!

Für das Pastoralteam

Florian Kick