Pfarrei Mariä Heimsuchung

Geschichte der Pfarrei

Bereits in früheren Jahrhunderten siedelten sich am Blautopf Mönche an. Die im Jahr 1085 erfolgte Klostergründung mit einer Johannes dem Täufer geweihten Kirchlein, lässt bereits auf eine bestehende Siedlung schließen. Mit der Entstehung der Stadt Blaubeuren erhielt diese wohl im 14. Jahrhundert eine Stadtkirche, wo nach der in Blaubeuren stattgefundenen Reformation der evangelische Gottesdienst Einzug hielt. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Blaubeuren wieder eine katholische Gemeinde.
Nach der Gründung unserer Diözese Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) stand Bischof Johann Baptist Keller vor der schwierigen Aufgabe sich im staatskirchlichen Regiment des Königreiches Bewegung zu verschaffen.


Als um die Jahrhundertmitte Blaubeuren Oberamtsstadt wurde, zogen auch mehr katholische Bürger in die bislang evangelisch geprägte Stadt ein. Anfänglich fanden die Gottesdienste der wachsenden Gemeinde in privaten Häusern und Werkstätten statt. Als mehr und mehr katholische Gläubige am Ort wohnten wurde die Erwartung der Einrichtung einer eigenen Pfarrei immer lauter. Nach Ende des deutsch/französischen Krieges im Jahr 1871 erwarb man mit Unterstützung der Kirchenbehörde ein zweistöckiges Wohn- und Geschäftshaus in der Mauergasse 3. Damit war der Grundstock für die zukünftige katholische Pfarrei gelegt. Geistlich wurde Blaubeuren noch vom Schelklinger Stadtpfarrer betreut, der die Gottesdienste oft an den Repetenten des Ehinger Konvikts delegierte.


In den nächsten Jahren wurde gezielt die Seelsorge in der Diaspora vorangetrieben. In Blaubeuren lebten 1890 rund 430 Katholiken. Mit der Berufung des „Filial-Kirchenstiftungsrathes“ (1891) waren die organisatorischen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung einer eigenen Pfarrei gelegt. Die Planungen für einen Schul- und Kirchenneubau gewannen feste Konturen. Am 23. April 1894 wurde die „freiwillige katholische Diasporaschule“ in der Karlstraße 53 eingeweiht. Ebenfalls im Jahr 1894 konnte endlich mit den Bauarbeiten für die neue Kirche, unterstützt mit vielen Spenden, begonnen werden. Der mit dem Bau der Kirche beauftragte Architekt Melchior Richard Raisch aus Stuttgart entworf eine neuromanische Pfeilerbasilika. Am 13. September 1894 wurde der Grundstein gelegt. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 93.000 Mark. Am 23. Oktober 1894 nahm Bischof Wilhelm von Reiser feierlich die Konsekration der Kirche vor und firmte anschließend die Kinder der Diasporagemeinde.  Die Kirche wurde unter dem Titel „Mariä Heimsuchung“ („ad sanctam Mariam sub titulo visitationis“) geweiht. Das Patrozinium der Kirche ist am 02. Juli.


Durch bischöflichen Erlass errichtete man in Blaubeuren zunächst ein Expositur-Vikariat mit pfarrlichen Rechten und ernannte Vikar Karl Späh aus Reutlingen zum Expositus. Im Jahr 1898 wurde die Stadtpfarrei errichtet, welche zum Dekanat Ehingen gehörte und die Orte Asch, Beiningen, Berghülen, Treffensbuch, Gerhausen, Seißen, Wennenden, Sonderbuch, Weiler und Wippingen beinhaltete.


Im Jahr 1977 konnte das neben der Kirche gelegene Gemeindehaus „Johannes-Montini-Haus“ eingeweiht werden. Bei diesem Bau entstand im Jahr 1976 die Heilig-Kreuz-Kapelle dessen Mittelpunkt eine großes Holzkreuz, dem Gründewaldkreuz nachempfunden, darstellt.  Im Jahr 1981 bis 1984 wurde die Pfarrkirche umfassend renoviert.
Aufgrund des raschen Zuzuges von Katholiken nach Ende des zweiten Weltkrieges entstand im Blaubeurer Teilort Gerhausen im Jahr 1963 die Filialkirche „St. Bernadette“.

Im Jahr 2010 konnte nach längerer Vorlaufzeit in der Pfarrkirche eine neue Mathis Orgel eingewiehen werden.