Sanierungsphasen

2018   2019   2020   2021

Im Jahr 2018 - Entwässerung des Kirchenfundamentes

  • Einbau einer Drainage um die gesamte Kirche (vorgezogen vor Gerüstaufbau) und Maurerarbeiten

Dies wurde im Sommer 2018 umgesetzt. Vorarbeiten dazu (Entfernen der Pflastersteine) wurden durch sieben kirchliche Helfer erbracht. Die Erdarbeiten für die Drainage brachten des Öfteren Erwartetes und Unerwartetes zu Tage, was dann eine Abstimmung mit dem Denkmalamt bzw. Archäologen erforderte. So zog sich bereits dieser Abschnitt etwas in die Länge.
Durch die funktionierende Drainage ist sichergestellt, dass das Wasser von den Kirchenmauern weggeleitet wird. Ein erster Schritt zu weniger Feuchtigkeit in der Kirche ist erreicht.

Im Jahr 2019 - Sanierung der Dachkonstruktion von Kirchturm und Schiff der Pfarrkirche

  • Instandsetzung der Dachkonstruktion an Kirchenschiff und Turm, sowie Erneuerung der Dacheindeckung. Ausführung in einem Bauabschnitt wegen der notwendigen Umsiedelung von Fledermäusen

Im März 2019 wurde das Gerüst aufgestellt. Zuvor mussten innen alle Figuren und Bilder geschützt und sicher verwahrt werden.
Die Orgel wurde für die Bauzeit verwahrt, d.h. ordnungsgemäss verpackt.
Am 25. März wurde mit den umfangreichen Zimmer- und Dachdeckungsarbeiten begonnen. Gestartet wurde mit dem Turm-Gebälk.

Arbeiten am Dachstuhl und der Dacheindeckung des Kirchenschiffs folgten, bzw. wurden parallel ausgeführt, wenn zu den Arbeiten am Turm noch Fragen zu klären waren.

Hier eine kurze Darstellung der Arbeiten: Die Schäden an der Dachkonstruktion (am Dachstuhl) über Schiff, Chor und Turm im Bereich der Mauerwerksauflager, Mauerschwellen, Sparrenfußpunkten, Sparren und Dachbalkenköpfe wurden nach den Vorgaben des Landesamts für Denkmalpflege behoben und saniert. Einzelne Achsen des Dachtragwerks haben sich bis zu 60cm gegen den Westgiebel geneigt. Mit filigranen Stahlseilen wurde das Dachwerk ertüchtigt, um einer weiteren Neigung gegen Westen vorzubeugen. Das Dach über Schiff, Chor und Turm wurde neu eingedeckt.

Baubesprechungen mit Architektin, Fachleuten der notwendigen Gewerke und des Denkmalamts fanden regelmäßig statt. Der Kirchengemeinderat war mit einem, meist zwei Vertretern immer zugegen. In 2019 handelte es sich um ca. 25 Baubesprechungen.

Weitere Arbeiten 2019 - Außenrenovation

  • Putz-, Stuck- und Malerarbeiten an der Fassade
  • Flaschnerarbeiten
  • Arbeiten an der Glocken- und Uhrenanlage
  • Verpressarbeiten (Rissverpressung und -verfüllung)
  • Verglasungsarbeiten (bestehende Fenster prüfen und notwendige Arbeiten vornehmen)
  • Elektroinstallationen außen

Unsere Kirche wurde außen neu gestrichen. Die Kirchenfenster und das Christusbild gegen Osten wurden renoviert. Teile der Glockenanlage sowie das Ziffernblatt sind neu eingebaut. Im Sonnenlicht strahlt das renovierte Turmkreuz glänzend.

Für alle Gewerke war ein Mitglied unseres Kirchengemeinderats Ansprechpartner, Termine wurden abgestimmt, Schlüsselübergaben erfolgten, Abstimmungen vor Ort wurden getroffen, die notwendigen Zugänge, z.B. zu Strom / Wasser bereitgestellt.

Bauabnahmen der Außensanierung

Ende Oktober erfolgte die Bauabnahme aller Arbeiten am Kirchturm. Diese verlief ohne Beanstandungen, die Arbeiten wurden vorbildlich ausgeführt. Im Anschluss konnte der Turm abgerüstet werden. Sofern uns das Wetter „weiter hold ist“, wird die Außensanierung Ende November 2019 abgeschlossen sein.

Am 24.11.2019 erfolgte die Bauabnahme der Außensanierung. Die Abnahmeprotokolle sämtlicher Gewerke sind ohne Beanstandungen. Es wurde sicher und sorgfältig gearbeitet.

Die Abnahme der Uhren- und Glockenanlage erfolgte am 04. Februar 2020. Nun kann sich jeder wieder im Tagesablauf an der Kirchturmuhr und am Glockengeläut orientieren.

Im Jahr 2020 - Start der Innensanierung

Die Innensanierung umfasst 13 Gewerke. Sie beinhaltet die Erneuerung der Haustechnik und Behebung von Feuchteschäden.

Folgende wesentliche Punkte mussten mit dem Bischöflichen Ordinariat und im Rahmen der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung geklärt werden:

  • Chorraumgestaltung: Altar, Heizung (Bodenkonvektoren), Chorschranke (frühere Kommunionbank)
  • Kirchenschiff: Gestühl, Gestühlsboden, Ausstattung
  • Treppenaufgang, Orgel
  • Raumschale (historische Putze etc.)
  • Elektroinstallation, Beleuchtung, Lüftungsanlage

Hierzu konnten wir im Februar 2020 eine Vor-Ort Besprechung mit Kirchengemeinderats- und Gemeindemitgliedern zur Festlegung unserer Ideen durchführen. Die folgende Verzögerung im Fortschritt der Planungen und Umsetzung der Massnahmen ist im Wesentlichen der Tatsache geschuldet, dass das Denkmalamt und die Diözese aufgrund der Corona-Pandemie keine Ortstermine mehr wahrnehmen konnten.

Mai 2020: Der Kirchengemeinde liegen die Untersuchungsberichte der Sachverständigen vor (Restauratorin, Bauphysik, Orgelsachverständiger) und der Ausführungsplan zur Sanierung und Elektroinstallation. Mit der Denkmalbehörde (Regierungspräsidium Stuttgart) konnten Ende Mai die wichtigen Eckdaten telefonisch abgestimmt werden.

Juli 2020: In der Kirchengemeinderatssitzung konnten die Beschlüsse zur Vergabe folgender Massnahmen gefasst werden:

  • Holzschutztechnische Massnahme - Begasung im Kircheninnenraum zur Behebung des Holzschädlingsbefalls
  • Herstellung Bodenaufbau mit Schaumglasschotter unter Gestühlsboden
  • Herstellen von Aussparungen für Heizungskonvektoren im Altarraum und Rückbau der Altarstufe
  • Beauftragung der Restaurierung der Ausstattung (Holzwerk: Bilder, Kreuzweg, Kruzifix, Statuen usw.)

Die Messungen des Bauphysikers ergaben immer noch hohe Feuchtigkeitswerte in den Aussenwänden, so dass die Luftumwälzung aufrechterhalten werden muss. Ein Lüftungsgerät sorgt dafür, dass die Luft zwischen Kirchturm und Kircheneingang zirkuliert. Der Gestühlsboden und die Holzwandverkleidungen wurde entfernt, so dass auch die Bodenfläche abtrocknen kann. Hierzu mussten alle Kirchenbänke aus der Kirche ausgelagert werden. Zum Glück gab es helfende Hände aus der Kirchengemeinde und auch ein Platz für die vorübergehende Einlagerung der Kirchenbänke wurde gefunden.

August 2020: Vom 24.-28. August wurde die Begasung des Kircheninnenraums mit Sakristei und Turmstube durchgeführt (Raumgrösse: ca. 700m³, Einwirkdauer des entsprechenden Gases: fast 90 Stunden). Hierzu mussten alle Gegenstände aus Holz, die vorher in der Kirche waren, wieder in die Kirche gebracht werden (der Ambo, alle Kirchenbänke, die Hocker für die Ministranten usw.). Die Anwohner wurden entsprechend informiert und es wurde sichergestellt, dass weder der Friedhof noch die Kirche währenddessen betreten werden. Kurz vor Start der Massnahme wurde noch das Dachgestühl überprüft, so dass wir sicher sein konnten, dass keine Fledermäuse vor Ort waren.

September 2020: Die transportablen Ausstattungs-Objekte aus der Kirche (Einzelskulpturen, Kreuzwegbilder etc.) wurden abmontiert und zur Restauratorin ausgelagert. Ein kleiner Teil muss vor Ort restauriert werden und wird in den entsprechenden Bauabschnitt sinnvoll eingeplant.
Die Kirchenbänke mussten wieder ausgelagert werden, so dass die weiteren Rohbauarbeiten in der Kirche im Altarraum (Herstellung der Aussparungen für die Heizungskonvektoren im Chorraum) und im Bodenaufbau des Kirchenschiffs durchgeführt werden konnten.

November 2020: Archäologische Untersuchungen gemäß Vorgabe der oberen Denkmalschutzbehörde und vorbereitende Massnahmen (Abnahme des Sockelputzes).
"Im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen sind durch notwendige Bodeneingriffe kleinere archäologische Untersuchungen erforderlich, um sicher zu stellen, dass keine Informationen zur Baugeschichte der erstmals 1236 erwähnten Kirche unerkannt verloren gehen. Das Kirchengestühl sowie dessen Unterbau wurden entfernt, so dass man nun ältere Fußböden, aber auch Baustrukturen erkennen kann, die auf verschiedene Baumaßnahmen in der langen Kirchengeschichte hinweisen. Für die Dokumentation wird die Fläche von Archäologen sauber mit Kelle und Staubsauger freigelegt und untersucht. Dabei sind allerdings keine weiteren Eingriffe in den Boden vorgesehen. Außerdem werden die innen vom Putz befreiten Außenmauern fotografisch aufgenommen sowie die Öffnungen für die Bodenkonvektoren im Chor archäologisch begutachtet.“ (Zitat Archäologin)
Im Anschluss: Weiterführung der Rohbauarbeiten und das anspruchsvolle Versetzen des Altars, so dass er nun ebenerdig und ca. 70 cm näher am Kirchenschiff ist. Die Mensa (obere Altarplatte) aus dem 15. Jahrhundert konnte in einem Stück heruntergenommen werden, der Altarkubus wurde neu gemauert und anschliessend wurde die Natursteinplatte wieder aufgesetzt. Eine tolle Leistung, großes Lob an die ausführenden Mitarbeiter.

Dezember 2020: Die Vergabevorschläge für folgende Gewerke liegen der Kirchengemeinde seit Ende November vor: Elektroinstallationen, Raumschale und Chorgewölbe, Tischlerarbeiten und Gestühlsboden. In der KGR-Sitzung Anfang Dezember konnte die Beschlussfassung zur Auftragsvergabe erfolgen. Des weiteren konnten Gerüstbauarbeiten, die Überarbeitung der Holzdecke und die archäologische Untersuchung mittels Beschluss abgesegnet werden.

 

Im Jahr 2021 - Instandsetzung der Orgel

  • Restaurierungsarbeiten am Orgelgehäuse und Spieltisch (Holzwerk)
  • Ausreinigen der Orgel
  • Schimmelpilzprävention
  • Technische Instandsetzung
  • Rekonstruktion der originalen Windversorgung – Bau eines neuen Balges
  • Stimmen der Orgel